Montag, 12. März 2012

Nicholas Evans - Die wir am meisten lieben


Zum Buch:




Es gibt wenig Liebe im Leben des achtjährigen Tommy; seine Helden sind die Cowboys in den Westernserien, doch er selbst ist ein schüchterner Junge. Sein einziger Lichtblick ist seine Schwester Diane, die versucht, in Hollywood ihr Glück als Schauspielerin zu machen. Als Tommy in ein Internat kommt, in dem die Devise herrscht „Immer tapfer sein“, wird er von allen anderen gehänselt und gequält. Diane rettet ihn und nimmt ihn mit nach Hollywood – doch dann kommt es zu einer Katastrophe, die Tommys Leben für immer verändert. Vierzig Jahre später ist Tom ein anerkannter Journalist und Dokumentarfilmer. Das Geheimnis seiner Vergangenheit trägt er immer noch mit sich herum. Bis plötzlich sein Sohn, den er kaum kennt, in Schwierigkeiten gerät. Man wirft Danny vor, im Irak an einem Massaker an Zivilisten beteiligt zu sein. Tom begreift, dass er eine Familie hat – und dass er eine alte Schuld begleichen muss. 

Über den Autor
Nicholas Evans wuchs in Worcestershire, England auf. Er studierte Rechtswissenschaften an der Oxford University und arbeitete als Journalist. Von 1982 an schrieb er fürs Fernsehen und Kino. 1993 traf er einen Schmied, der ihm von einem Pferdeflüsterer erzählte. Evans begann an seinem ersten Roman zu arbeiten, der in 36 Sprachen übersetzt und ein Megabestseller wurde. Verfilmt wurde das Buch mit Robert Redford. Auf seinen neuen Roman musste das Publikum über fünf Jahre warten, weil er wegen einer schweren Pilzvergiftung zwei Jahre lang jeden Tag zur Dialyse musste. 

Meine Meinung:

In Zeitsprüngen erzählt uns Evans die Geschichte des kleinen Tommy, der verzweifelt versucht, das Glück in seinem Leben festzuhalten und des großen Toms, der nach einer gescheiterten Ehe dem Alkohol erlegen darum kämpft, wieder glücklich sein zu dürfen. Das Auf und Ab in Toms Leben ist einfach nachzuvollziehen, da der Erzählstil einfach und leicht nachvollziehbar erzählt ist.
Es fehlt dem Buch jegliche Tiefe.Die Charaktere sind zu oberflächlich und sehr klischeehaft ausgearbeitet. Das Buch strotz nur von schlimmen, dramatischen Ereignissen die nur angerissen und in schöne Worte gepackt sind . Sicherlich könnte man hinter die Fassade schauen und die Missstände besser und ausführlicher beschreiben, aber der Autor hält sich mit Kritik an seinen Protagonisten sehr zurück und fährt lieber den Weichspülergang. und das obwohl Evans viele Probleme aufgreift wie Alkoholismus, häusliche Gewalt, Mobbing und auch nicht vor dem Kriegseinsatz im Irak und Mord zurückschreckt. Die Dinge werden so geschildert, das alle Protagonisten in einem gutem Licht stehen und es ganz alltägliche kleine Problemchen wären, Probleme werden weggelogen. ZB. weiß wohl jede Mutter das es nicht normal ist wenn ein 10 Jähriges Kind Nacht für Nacht ins Bett nässt, was tun die Eltern? Sie rennen von Arzt zu Arzt, das Kind bekommt Pillen, die nicht helfen und das Kind wird in ein Internat gesteckt anstatt dem Kind das zu geben was es braucht, Elterliche Liebe. Die Einzige Liebe, bedingungslose Liebe, die Tommy oder auch Tom erfährt, ist die Liebe seiner Schwester.
Keiner der Charaktere hinterlies bei mir einen guten Eindruck, durch die Klischeehafte Ausarbeitung und vor allem störte mich das er Probleme nicht ansprach, sondern auch noch versuchte, ganz egal was der Protagonist machte ihn in einem besserem Licht dastehen zu lassen. Leider passte dies nicht mit meinem Gerechtigkeitssinn und der Treue zur Wahrheit überein. Es wurde gelogen, das sich die Balken biegen, damit man in einem besserem Licht da steht. Dies brachte dem Roman ordentliche Minuspunkte und machte auch die ganze Geschichte für mich unglaubwürdig.
Der Erzählstil ist wie schon erwähnt einfach, er lässt sich trotz der ständigen Zeitsprünge der Vergangenheit, der Gegenwart sehr gut lesen. Der Roman weist einge Längen vor, einige Passagen sind für die Geschichte und die Vergangenheit nicht von belang und es macht dem Buch auch kein Abbruch wenn man einige Seiten nur quer liest.
Das Buch kann man höchstens als Mittelmaß beurteilen, es bleibt ein leicht fader Nachgeschmack übrig, es ist nichts Halbes aber auch nicht Ganzes. Ich habe mich mehr über die Verlogenheit, das Anreißen von Problemen die egal wie schwer wiegend sie waren, weg gelogen und akzeptiert wurden, masslos geärgert, dass die Geschichte für mich in den Hintergrund geraten ist.
Keine Frage, das Evans schreiben kann, dass hat er mit dem Pferdeflüsterer bewiesen. Was man für ein gutes Buch braucht ist aber eine gute Story und die fehlt hier leider. 
Der Schluß des Buches lief nicht nach Schema F ab und war für mich doch sehr überraschend auch wenn Tom und Danny mit dem überraschendem Ende  bei mir jegliche Glaubwürdigkeit und Sympathien  verloren haben. So bleibt mir nur das negative Gefühl zurück, das ich weder die Protagonisten noch die Story als ausgereift empfinde.

Fazit: Das Buch ist allenfalls Mittelmaß. Die Geschichte um die unermessliche Liebe in einer Familie nehme ich dem Autor leider nicht ab, es wird gelogen das sich die Balken biegen und gerade Tommy hat in seiner Kindheit von seinen Eltern keine Liebe erfahren. Wenn dies eine unermessliche Liebe sein soll, dann habe ich etliche Fragezeichen in meinem Kopf und verstehe die Welt nicht mehr.
Zwar ist Evans eine unterhaltsame, spannende und interessante Mischung verschiedenerThemen gelungen, doch vielleicht ist es gerade diese Vielfalt, dass die Geschichte etwas oberflächlich ist. 
Wer Familiendramen mag sollte das Buch lesen, aber nicht erwarten das er ein Meisterwerk mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und eine ehrliche Geschichte dafür bekommt.
Da sich das Buch sehr gut gelesen hat vergebe ich ihm 2 Sterne. 

Das Buch wurde mir freundlicher Weise vom

Aufbau Verlag           und 


zur Verfügung gestellt.


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